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Unerfüllte medizinische Bedürfnisse seitens der Ärzte

Hauptaspekte

  • Aufgrund seiner weitreichenden Auswirkungen und der hohen Lebensqualitätbeeinträchtigung kann Schmerz als eines der bedeutendsten Probleme weltweit angesehen werden. Sein Management ist jedoch häufig unzureichend.1,2
  • Hauptherausforderungen sind die Verbesserung der Arzt-Patienten-Kommunikation, das Abwägen zwischen Schmerzlinderungspotenzial und Nebenwirkungsprofil eines Medikaments und die Aufklärung der Angehörigen der Gesundheitsberufe hinsichtlich der Dringlichkeit der Überweisung Betroffener an Schmerzspezialisten. All das muss von Ärzten angegangen werden, um das Leiden zu verringern.1
  • Die Deckung dieser medizinischen Bedürfnisse kann bessere Behandlungsentscheidungen und somit die Verminderung des Patientenleids ermöglichen.1

Chronische Schmerzen betreffen ungefähr 20 % der Erwachsenen in Europa und den Vereinigten Staaten.1 Eine Studie zur globalen Verteilung von Erkrankungen aus dem Jahr 2013 hebt chronische Schmerzen angesichts der dadurch verursachten jahrelangen Einschränkungen im Leben Betroffener als „wichtigste Erkrankung – global, regional und in jedem einzelnen Land“ hervor.2 Trotzdem gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass die Behandlung chronischer Schmerzen nach wie vor völlig unzureichend ist. Bei vielen Patienten spielen psychologische und soziale Faktoren eine Rolle. Das führt zu einer verminderten Lebensqualität und hat sozioökonomische Folgen.1

Die Lücke in der Kommunikation zwischen Patient und Arzt

Die Wahl einer geeigneten Therapie mit einem realistischen Behandlungsziel hängt von der klaren Kommunikation zwischen Patient und Arzt ab.1 Daten deuten allerdings darauf hin, dass Patienten und Ärzte möglicherweise eine unterschiedliche Auffassung haben, was Ausmaß und Linderung von Schmerzen betrifft.1 Tatsächlich hat eine Studie gezeigt, dass bis zu 80 % der Ärzte ein ungenaues Bild der Schmerzsymptome ihrer Patienten haben können.1 In einer anderen Studie stimmten 95 % der Ärzte zu, dass die Erwartungen ihrer Patienten an das Schmerzmanagement nicht immer mit ihren eigenen übereinstimmen.3 Die flächendeckende Verwendung standardisierter Bewertungsinstrumente wie Skalen oder Fragebögen kann diesen Austausch erleichtern und zu einer individuelleren Betreuung führen.1

Der Balanceakt zwischen Schmerzlinderung und Nebenwirkungen

Eines der Hauptanliegen des Schmerzmanagements ist das Abwägen zwischen den Schmerzlinderungskapazitäten eines Medikaments und dem möglichen Auftreten von Nebenwirkungen bei dessen Einsatz.1 Wenn ein Arzneimittel nicht zu einer adäquaten Kontrolle der Schmerzen eines Patienten führt, muss die Dosis vielleicht erhöht werden. Tatsächlich können die Symptome von bis zu 75 % der Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen unzureichend behandelt sein.3 Darüber hinaus kann die Wirkung der Medikation vor der nächsten Dosiseinnahme des Patienten nachlassen.3 Eine Steigerung der Dosis kann jedoch auch das Nebenwirkungsrisiko so weit erhöhen, dass das Medikament unverträglich bzw. inakzeptabel wird.1 Man kann schwerwiegendere Nebenwirkungen zwar mit zusätzlichen Arzneimitteln behandeln, dies kann jedoch zu Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten oder zu weiteren Nebenwirkungen führen.1,4Um die Wirksamkeit aufrechtzuerhalten, kann der Patient alternativ auf ein anderes Arzneimittel oder ein kombiniertes Regime umgestellt werden.1,4

Die Bedeutung der Vordringlichkeit von Diagnose und Behandlung

Bei Patienten mit chronischen Schmerzen können die Diagnose und Behandlung ihres Zustands mit erheblichen Verzögerungen erfolgen. Häufig werden sie auch unzureichend behandelt.1 Dies könnte auf eine grundsätzliche Uninformiertheit über die adäquaten Therapien und die lokalen Behandlungsleitlinien in diesem Bereich zurückzuführen sein.1 Studien haben beispielsweise gezeigt, dass chronische Schmerzen im unteren Rücken oft nicht den aktuellen Empfehlungen gemäß behandelt werden.5, 6 Darüber hinaus sind Therapien für Erkrankungen mit vielfältigen Symptomen wie etwa Fibromyalgie möglicherweise in manchen Ländern nicht zugelassen. Dort können Ärzte ihre Patienten dann nicht angemessen behandeln.7 All das sind triftige Gründe, die Aufklärung über die adäquate Behandlung chronischer Schmerzen voranzutreiben.1

Diese ungedeckten medizinischen Bedürfnisse seitens der Ärzte in Angriff zu nehmen und Medikamente zur Schmerzlinderung zu entwickeln, trägt auch zur Überwindung der ungedeckten medizinischen Bedürfnisse der Patienten bei. Durch die Optimierung von Schmerzbehandlungsalgorithmen, das Anhören der Patientenstimme und Wissensaustausch sollen die Einschränkungen und das Leiden der Betroffenen verringert werden. Es geht darum, ihre Lebensqualität zu verbessern und die Kommunikationslücke zwischen Patienten und Angehörigen der Gesundheitsberufe zu schließen.

  • Quellen

    1. Varrassi G, et al. Curr Med Res Opin. 2010;26:1231–45.

    2. Rice ASC et al. Pain. 2016;157(4):791–6.

    3. McCarberg BH et al. Am J Ther. 2008;15:312–20.

    4. Kress HG. Eur J Pain Suppl. 2009;3:11–15.

    5. Ivanova JI et al. Spine J. 2011;11:622–32.

    6. Fullen BM et al. Eur J Pain. 2007;11:614–23.

    7. Häuser W. Dialogues Clin Neurosci. 2018;20:53–62.